kaleidos:code GmbH – Die Gründerstory mit Sebastian Brähler

Vom Hackathon zum App- und Web-Development Studio

Die Gründerregion Fulda im Gespräch mit Sebastian Brähler, Co-Gründer und Co-Geschäftsführer der kaleidos:code GmbH.
Sebastian Brähler

Unser Interview mit Sebastian Brähler

Gründerregion Fulda: Sebastian, wir kennen uns ja inzwischen schon eine ganze Weile – und man kann sagen: Ihr seid mit kaleidos:code inzwischen ein echtes Fuldaer Urgestein der Gründerszene. Für alle, die euch noch nicht kennen: Was ist kaleidos:code – und wie hat alles begonnen?

Sebastian: kaleidos:code ist ein Web- und App-Development-Studio aus Fulda. Uns gibt es seit 2022. Dahinter stecken drei Freunde – Sascha Kurth, Daniel Knorn und ich. Wir hatten damals schon länger den Wunsch, uns im Bereich Digitalisierung und Softwareentwicklung selbstständig zu machen und parallel eine eigene App für digitale Stadtführungen auf den Markt zu bringen.

Der Hackathon Fulda 2021 war dann der Moment, der vieles beschleunigt hat. Wir haben zusammen mit unserem Freund und UI-/UX-Designer Michele Drabiniok teilgenommen – und an diesem Wochenende hat sich nicht nur die Idee für unsere App doyo deutlich geschärft, sondern auch unser Teamgedanke.

„Auch wenn mir die Entscheidung anfangs ein paar schlaflose Nächte bereitet hat, war sie im Rückblick genau richtig.“

Nach 25 intensiven Stunden Hackathon haben wir uns gefragt, ob wir den nächsten Schritt vielleicht früher gehen sollten als geplant: jemanden fest mit an Bord zu holen. Völlig übermüdet und gleichzeitig euphorisch haben wir Michele noch vor Ort gefragt, ob er sich vorstellen kann, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen – und er hat zugesagt.

Auch wenn mir die Entscheidung anfangs ein paar schlaflose Nächte bereitet hat, war sie im Rückblick genau richtig. Durch Micheles UI-/UX-Expertise konnten wir von Beginn an Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die nicht nur technisch funktionieren, sondern sich auch intuitiv anfühlen und gut aussehen – ein Anspruch, der bis heute unser gesamtes Team prägt.

kaleidos:code Geschäftsführung
Gründer und Geschäftsführer Sebastian Brähler, Sascha Kurth und Daniel Knorn (v.l.).

Gründerregion Fulda: Wie sieht euer Geschäftsmodell aus und mit was beschäftigt ihr euch tagtäglich? 

Sebastian: Im Prinzip basiert unser Geschäftsmodell von Anfang an auf drei Säulen. Zum einen haben wir mit doyo ein eigenes Produkt entwickelt, mit dem wir digitale Stadtführungen per App anbieten. Gleichzeitig war uns aber früh klar, dass wir unser Know-how auch als Dienstleistung im Bereich Webdesign und Softwareentwicklung einsetzen wollen. Dieses Zusammenspiel hat es uns ermöglicht, von Beginn an solide und profitabel zu wirtschaften – auch in wirtschaftlich eher herausfordernden Zeiten – und gleichzeitig kontinuierlich in die Weiterentwicklung unseres Produkts zu investieren. 

In den letzten Jahren durften wir so zahlreiche spannende Projekte umsetzen, etwa die Website für den Rooftop-Biergarten „Karlchen vom Dach“ oder für spotlight musicals. Darüber hinaus realisieren wir auch komplexe App- und Webprojekte, wie zum Beispiel die EduToria App für EduTecs, mit der Auszubildende gezielt für ihre Abschlussprüfungen lernen können und die nachweislich zu besseren Ausbildungsabschlüssen führt. 

Unsere Kunden kommen dabei aus ganz unterschiedlichen Bereichen: von Start-ups über die öffentliche Hand und viele mittelständische Unternehmen bis hin zu DAX-Konzernen. Diese Vielfalt an Anforderungen und Perspektiven prägt unsere Arbeit bis heute und hilft uns, Lösungen zu entwickeln, die sowohl skalierbar als auch praxisnah sind. 

Gründerregion Fulda: Oft gibt es diesen Moment, in dem man spürt: Das ist nicht nur eine fixe Idee – das wird richtig gut. Wann war dieser Moment bei euch? 

Sebastian: Der kam, als wir gemerkt haben, wie unterschiedlich man Stadtgeschichte erzählen kann und die ersten Test-User von doyo begeistert waren. Allein in Fulda haben wir inzwischen sechs komplett verschiedene Touren entwickelt – jede mit ihrem eigenen Thema, Ton und Stil. Manche historisch, manche spielerisch, manche eher geheimnisvoll.  

Da wurde uns klar: Das ist nicht einfach nur eine App für „eine Stadtführung“, sondern ein Konzept voller kreativer Möglichkeiten. Ein Konzept, bei dem Storytelling Hand in Hand geht mit einfach bedienbarer Technik und spannenden Interaktionen.

„Unsere ersten Touren in Städten wie Würzburg und Zürich haben gezeigt, dass die Idee weit über Fulda hinaus trägt.“

Als dann die Downloadzahlen stiegen und wir heute über 30.000 App-Downloads haben, wussten wir: doyo funktioniert. Und unsere ersten Touren in Städten wie Würzburg und Zürich haben gezeigt, dass die Idee weit über Fulda hinaus trägt – weil jede Stadt ihre ganz eigenen Geschichten mitbringt, die sich wunderbar digital erlebbar machen lassen.

Gründerregion Fulda: Und was macht doyo für euch einzigartig?

Sebastian: doyo-Touren sind keine klassischen Stadtführungen, sondern vielmehr ein Erlebnis, das richtig Spaß macht. Menschen können Städte auf völlig unterschiedliche Arten entdecken, egal ob alt oder jung – und das alles flexibel, auf eigene Faust, ohne feste Zeiten oder Gruppen. Genau diese Kombination aus Flexibilität und Erlebnis macht doyo so besonders. 

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Die interaktive Stadtführungs-App doyo von kaleidos:code.

Gründerregion Fulda: Viele Start-ups zieht es in Metropolen wie Frankfurt oder Berlin. Ihr habt in Fulda gegründet – welchen Vorteil hattet ihr dadurch?

Sebastian: Für uns war Fulda ein echter Glücksfall. Die Region vereint genau die Dinge, die für eine Gründung wichtig sind: kurze Wege, eine gute Infrastruktur, gut ausgebildete Mitarbeiter, bezahlbare Arbeitsräume und ein Umfeld, in dem sich Arbeit und Leben gut miteinander verbinden lassen. 

Und auch Du, lieber Florian, hast uns dabei von Anfang an sehr unterstützt – nicht nur mit Interesse an unserer Idee, oder wertvollen und hochkarätigen Gründerworkshops z.B. zum Thema Branding, Marketing oder Vertrieb sondern vor allem, indem du uns mit genau den Menschen vernetzt hast, die für uns in der jeweiligen Phase wichtig waren. Dieses persönliche, direkte Miteinander ist etwas, das Fulda als Gründerregion für uns besonders auszeichnet.

„Auch bei der Frage, wie wir unser Unternehmen auf eine solide finanzielle Basis stellen, haben wir schnell den richtigen Partner in der Region gefunden.“

Auch bei der Frage, wie wir unser Unternehmen auf eine solide finanzielle Basis stellen, haben wir schnell den richtigen Partner in der Region gefunden. Mit der VR Bank Fulda lief der Austausch unkompliziert, auf Augenhöhe und lösungsorientiert – am Ende konnten wir unseren Gründerkredit über genau diesen Weg realisieren. 

Generell erleben wir Fulda als sehr angenehme Stadt und Region zum Leben und Arbeiten: Es gibt alles, was man braucht, die Wege sind kurz, und das Umfeld ist offen für neue Ideen. Gleichzeitig gibt es starke Netzwerke, gezielte Angebote für Gründerinnen und Gründer sowie Veranstaltungen, die es leicht machen, ins Gespräch zu kommen. Ein Beispiel dafür ist auch das Pitch-Training, dass Du ja auch für die Fuldaer Start-ups zum Hessischen Gründerpreis mitorganisierst. Wir haben es auch dank dieses Pitch-Trainings beim Hessischen Gründerpreis 2024 bis ins Halbfinale geschafft – und vor allem erlebt, wie gezielt und praxisnah Gründerinnen und Gründer hier in Fulda unterstützt werden, wenn man bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen.

Gründerregion Fulda: Was war ein Highlight während eurer Gründerreise, das euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

Sebastian: Ganz klar: das Halbfinale des Hessischen Gründerpreises 2024. Das war für uns ein riesiger Motivationsschub. Zu sehen, dass wir mit unserer Idee bei den Top-Start-ups in Hessen ganz vorne mitspielen, war nochmal ein ordentlicher Schub, auch in der Wahrnehmung bei unseren Partnern und potenziellen Interessenten. 

Gründerregion Fulda: Und apropos Team: Ihr seid zu dritt gestartet und seid heute mehr als zehn Leute. Wie hat sich euer Team entwickelt?

Sebastian: Nachdem mit Michele der erste weitere Mitarbeiter an Bord kam, ging es dann ganz schnell und wir sind kontinuierlich gewachsen. Wir hatten das Glück, dass wir die richtigen Menschen gefunden haben, die nicht nur fachlich stark sind, sondern auch menschlich als Team super harmonieren und auch wirklich Lust haben, etwas zu bewegen. Heute haben wir für alle wichtigen Positionen Expertinnen und Experten im Team, die sich um App- und Webentwicklung, KI, Webdesign, UX/UI, E-Learning und Content-Creation und digitales Marketing kümmern.

Das kaleidos:code-Team
Das Team von kaleidos:code.

Gründerregion Fulda: Welche Tipps kannst du anderen Gründerinnen und Gründern geben? 

Sebastian: Ich würde sagen: Vernetzt euch früh und nehmt die Angebote für Gründerinnen und Gründer wahr. Über Veranstaltungen, Workshops oder Formate sind wir sehr schnell ins Gespräch gekommen, haben andere Gründerinnen und Gründer und auch potentielle Kunden kennengelernt.  

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Mentorinnen und Mentoren. Menschen, die selbst schon gegründet haben oder unternehmerische Erfahrung mitbringen, können unglaublich viel Orientierung geben. Gerade in Phasen, in denen man unsicher ist, helfen praxisnahe Tipps und eine ehrliche Einschätzung von außen enorm weiter. 

Und zuletzt: Teilt eure Idee frühzeitig und habt keine Angst davor, dass sie jemand „klaut“. Wer gründet, steckt meist so tief in der eigenen Idee, im Problem und in der Umsetzung, dass Außenstehende das nicht einfach kopieren können. Viel wahrscheinlicher ist, dass ihr durch das Teilen wertvolles Feedback bekommt oder auf Menschen trefft, die euch mit Kontakten, Erfahrungen oder neuen Perspektiven wirklich weiterhelfen.

Gründerregion Fulda: Wie geht es mit kaleidos:code und doyo weiter – was habt ihr für die Zukunft vor? 

Sebastian: Wir möchten doyo weiter ausbauen: Dazu gehört, Touren in weiteren Städten anzubieten, aber auch das Erlebnis rund um die Touren zu erweitern. Konkret heißt das, dass Nutzer:innen zukünftig in der App z. B. individuelle Empfehlungen zu Aktivitäten, Cafés, Museen oder Events erhalten – abgestimmt auf ihre Interessen. KI wird dabei sicher eine Rolle spielen. Unser Ziel ist: doyo soll nicht nur eine tolle Tour bieten, sondern ein Begleiter für spannende Stadterlebnisse werden.

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