Obstbaumglück – Die Gründerstory mit Daniel Berghold

Der Glücksbringer: Naturnahe und fachgerechte Obstbaumpflege aus Überzeugung

Die Gründerregion Fulda im Gespräch mit Daniel Berghold, Gründer von Obstbaumglück
Daniel Berghold, Obstbaumglück

Unser Interview mit Daniel Berghold

Gründerregion Fulda: Was machst Du überhaupt? Was ist Obstbaumglück?

Daniel: Ich bin ein Glücksbringer… (lacht) Nein im Ernst, ich praktiziere naturnahe, fachgerechte Obstbaumpflege. Dabei betrachte ich jeden Obstbaum als individuelles Lebewesen und passe meine Schnittmaßnahmen entsprechend an. Egal ob kleiner Hausgarten oder große Streuobstwiese – mein Motto lautet: Obstbaumschnitt bringt Ernteglück. Ich sehe mich als Lebensbegleiter für Obstbäume.

Gründerregion: Wieso die Selbstständigkeit?

Daniel: Ich wollte von Anfang an die ehrliche und naturnahe Obstbaumpflege konsequent umsetzen. Das bedeutet auch, dass der Schnittaufwand mit der Zeit weniger wird, weil der Obstbaum immer mehr in sein natürliches Gleichgewicht kommt. Das hat zur Folge, dass auch die Umsätze pro Stammkunde sinken. Entscheidend für meinen Umsatz & Gewinn ist somit der notwendige Pflegeaufwand pro Obstbaum und nicht die (Umsatz-) Vorbelastung aus dem Vorjahr. Ich war und bin fest davon überzeugt, dass sich meine ehrliche Art der Obstbaumpflege langfristig durchsetzen wird, weil die Menschen den Mehrwert nicht nur durch die bessere Fruchtqualität erkennen. Der hohe Stammkundenanteil und die vielen Weiterempfehlungen geben mir bis heute Recht. Dieses klare Konzept kann ich nur als Selbstständiger umsetzen.

Gründerregion: Gründer zu sein bedeutet Mut – Was rätst Du jedem der überlegt, aus seinem Hobby/Leidenschaft – seinen Beruf zu machen?

Daniel: Mit Ratschlägen an andere Gründer tue ich mich schwer, weil eine Gründung sehr individuell und persönlich ist. In dem Wort Leidenschaft steckt auch das Wort „leiden“. Aber genau dann, wenn es schwierig wird, zeigt sich, ob man auf dem richtigen Weg ist. Ohne meine Ausbildungen zum geprüften Streuobstpädagogen und zertifizierten Obstbaumwart hätte ich nie gestartet. Ohne fachliches Basiswissen würde ich nicht gründen.

„Vielleicht ist das ein Tipp für neue Gründer: habt keine Angst vor der Angst.“

Gründerregion: Was war Deine größte Hürde beim Gründen?

Daniel: Meine eigenen Ängste und Zweifel. Ein guter Freund hat mir damals gesagt, ich solle dankbar für die Ängste sein. Sie wollen mich schützen. Gleichzeitig bedeutet das auch, dass mir der neue Weg in die Selbstständigkeit sehr wichtig ist. Das hat mir beim Gründen geholfen. Vielleicht ist das ein Tipp für neue Gründer: habt keine Angst vor der Angst.

 

Gründerregion: Fühlst Du Dich als Selbstständiger wohl?

Daniel: Wie fühlt sich ein Selbstständiger? Ich fühle mich als Mensch wohl, wenn ich anderen Menschen weiterhelfen kann. Die vielen zwischenmenschlichen Begegnungen machen mich glücklich. Mir fällt spontan eine Kundin ein, die mir mit den eingelagerten Äpfeln aus dem Vorjahr einen Apfelkuchen gebacken hat. Ich durfte nach dem durchgeführten Obstbaumschnitt nicht das Grundstück verlassen, ohne mit ihr ein Stück Kuchen zu essen. Dem Wunsch bin ich gerne nachgekommen (lacht). Außerdem ist die körperliche Arbeit an der frischen Luft zwar oft anstrengend, aber sehr wohltuend.

Gründerregion: Wie geht es mit dir und Obstbaumglück weiter?

Ich will neugierig sein und nicht stehen bleiben. Für mich sind daher Fortbildungen sehr wichtig. Ein Lebensmotto von mir lautet: „Wer aufhört, besser zu sein; der hört auf, gut zu sein.“ – erst Recht als Glücksbringer.

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